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BewertungsPraktiker 1/2022

Publiziert in BewertungsPraktiker Freitag 25.03.2022
BewertungsPraktiker 1/2022

Fachinformationen zu Bewertungsfragen

Am 25.03.2022 ist der BewertungsPraktiker 1/2022 erschienen, welcher der Corporate Finance (Heft 3-4) beiliegt, u.a. mit folgenden Themen:

Editorial: Immobilienbewertung als Vorbild für die Unternehmensbewertung?

Am 22.12.2021 ist der Entwurf der Muster-Anwendungshinweise (ImmoWertA) als Ergänzung für die ab 01.01.2022 geltende neue Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV 2021) erschienen. Sie finden die Updates auf der Seite des BMI (https:// fmos.link/15524).

Mit der ImmoWertV 2021 soll insb. die Ermittlung der Bodenrichtwerte und der sonstigen für die Wertermittlung erforderlichen Daten bundesweit nach einheitlichen Grundsätzen erfolgen. Im Unterschied zur bisherigen WertR 2006 bezieht sich die ImmoWertA unmittelbar auf einzelne Paragrafen der ImmoWertV 2021 und ist dadurch anwendungsfreundlicher geworden. Im Grundsatz sind nach § 6 ImmoWertV 2021 weiterhin Vergleichs-, Ertrags- oder Sachwertverfahren bzw. mehrere dieser Verfahren heranzuziehen. Eine Öffnung hinsichtlich DCF-Modellen ist nicht ausgeschlossen. Die Ermittlung des Verkehrswerts gliedert sich in mehrere Teilschritte: Basis ist der vorläufige Verfahrenswert (Schritt 1), ggf. ergänzt um Marktanpassungen (bei Sachwertverfahren ist dies zwingend), um einen marktangepassten vorläufigen Verfahrenswert zu ermitteln (Schritt 2). Abschließend sind ggf. besondere objektspezifische Grundstücksmerkmale zu berücksichtigen, um zum Verkehrswert zu gelangen (Schritt 3).

Betont wird die Modellkonformität. Bei der Anwendung der sonstigen für die Wertermittlung relevanten Daten (insb. Indexreihen, Umrechnungskoeffizienten, Liegenschaftszinssätze, Sachwertfaktoren) sind dieselben Modelle bzw. Modellansätze anzuwenden, die auch ihrer Ableitung zugrunde lagen. Damit werden nunmehr feste Modellansätze und feste Modelle wie z.B. verbindliche Gesamtnutzungsdauern, Bewirtschaftungskosten bzw. die Ermittlung der durchschnittlichen Herstellungskostenzwingend vorgegeben.

Aus Sicht eines Unternehmensbewerters stellt sich die Frage, ob die methodische Vorgehensweise bei der Ermittlung der Marktwerte (Verkehrswerte) von Immobilien nach § 194 BauGB als Vorbild für die Ermittlung von Unternehmenswerten dienen kann. In der Praxis der Immobilienbewertung sind demnach stets ausgehend von einem Verfahrenswert (Ertrags- oder Vergleichswert) alle wertbeeinflussenden Grundstücksmerkmale zu berücksichtigen, die in einem weiteren Schritt zu einem Verkehrswert führen.

Überträgt man diesen Gedanken auf die Unternehmensbewertung, wären ebenfalls alle wertbeeinflussenden Merkmale (z.B. Verfügungsbeschränkungen, Minderheitenanteile) im Rahmen der Ermittlung des Marktwerts (Verkehrswerts) eines Unternehmens bzw. Unternehmensanteils ebenfalls in einem weiteren Schritt zu berücksichtigen. Bislang ist diese bewertungsmethodische Vorgehensweise in Deutschland oder Österreich auf dem Gebiet der Unternehmensbewertung unüblich. Dort werden überwiegend objektivierte Werte i.S.d. berufsständischen Standards ermittelt.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen dieser Ausgabe des BewertungsPraktikers.

Andreas Creutzmann (Vorstandsvorsitzender EACVA) und Wolfgang Kniest (Geschäftsführer EACVA)

Stephan Klam / Prof. Dr. Matthias Meitner, CFA / Reinhard Rother, CVA: Anwendung des CAPM zur Bewertung von Power Purchase Agreements zur Vermarktung der Erzeugung erneuerbarer Energieprojekte

Während noch vor wenigen Jahren Erneuerbare-Energie-Projektierer sich bei der Betrachtung der Wirtschaftlichkeit im Wesentlichen auf die Höhe der Investitionssummen und Optimierung der operativen Kosten konzentrieren mussten, stellen sich heute zunehmend Fragen zur quantitativen Beurteilung unterschiedlicher Vermarktungsstrategien, wie bspw. der sog. Power Purchase Agreements (PPA). Bei diesen langfristigen Stromlieferverträgen kommt der Kalkulation eines „fairen“ PPA-Preises regelmäßig eine besondere Bedeutung zu. Die konsequente Anwendung des CAPM kann bei entsprechender Parametrisierung als sachgerechte Kalkulationsmethode dienen.

David Klee, CVA / WP/StB Thomas Straßer, CVA: Analyse der Planungstreue, häufige Fehler und ihre Auswirkungen auf die Unternehmensbewertungspraxis

Die Analyse der Planungstreue soll insb. die Eignung der aktuellen Managementplanung für den jeweils vorliegendenAnlass prüfen. Inder Bewertungspraxis treten hierbei zahlreiche fundamentale methodische und handwerkliche Fehler auf. Dieser Beitrag soll einen Überblick über die möglichen Fehler vermitteln und die Bewerter*innen dafür sensibilisieren, die Analyse zu verbessern, um falsche wertbeeinflussende Schlussfolgerungen zu verhindern.

Julian Burzer, M.Sc. / Jonas Franz, B.Sc. / Prof. Dr. Leonhard Knoll: Die EACVA als Spiegel der jüngeren Unternehmensbewertung im deutschsprachigen Raum

Die vorliegende Untersuchung wertet die Inhalte des BWPund der Jahreskonferenzen seit der Gründung der damaligen IACVA im Jahr 2005 hinsichtlich verschiedener Kriterien systematisch aus. Dabei kommt es tendenziell zu einer Bestätigung der wenigen bislang vorliegenden empirischen Befunde zur Unternehmensbewertung im deutschsprachigen Raum.

Andreas Emmert, CFA, CIA: Zahlen in Worte

Zahlen als zentrales Element von Berechnungen können in unterschiedlicher Art und Weise in Excel dargestellt werden, bspw. als Datum, Prozentwert oder Währungsbetrag. Zahlen als Text in Worten darzustellen hingegen ist nicht als Standardformat vorgesehen und nur mittels VBA-Unterstützung lösbar.

RAin Dr. Anja Köritz, LL.M.: Rechtsprechung: OLG Frankfurt/M.: Schätzung des Unternehmenswerts anhand des Vorerwerbspreises

– Beschluss vom 13.09.2021 – 21W 38/15 –

Anlässlich des Squeeze-Outs der Minderheitsaktionäre der Andreae Noris Zahn AG hat sich das OLG Frankfurt/M. im Beschwerdeverfahren mit der Frage befasst, ob und unter welchen Umständen die Schätzung des Unternehmenswerts zur Festsetzung der Barabfindung anhand eines Vorerwerbspreises erfolgen kann. Problematisch sind in diesem Kontext vor allem die Bestimmung und der Umgang mit sog. Paketzuschlägen, die beim Vorerwerb von Aktien im Kontext eines Squeeze-Outs regelmäßig im Hinblick auf ihren erhöhten Grenznutzen gezahlt werden.

Prof. Dr. Bernhard Schwetzler / Jan Degner, M.Sc.: Betafaktoren

In dieser Ausgabe finden Sie Daten aus Refinitiv Eikon zum Stichtag 15.01.2022. Die Zusammensetzung der Branchen orientiert sich an der offiziellen Brancheneinteilung des Prime Standard (Prime All) der Deutschen Börse AG.

Es wurden quartalsweise 2-Jahres Betas mit Tages-Returns über 2 Jahre berechnet. Das 5-Jahres Beta wurde mit Monats-Returns über 5 Jahre berechnet. Als Marktindex dient der CDAX der Deutsche Börse.

Prof. MMag. Dr. StB Stefan O. Grbenic: Standard-Transaktionsmultiplikatoren

Die dargestellten Transaktionsmultiplikatoren basieren auf den Transaktionsdaten verschiedener M&A-Datenbanken (Schwerpunkt ZEPHYR), wobei Konsistenz sowohl in den Transaktionsdaten als auch in den Bezugsgrößen zwischen den einzelnen Datenbanken hergestellt wurde.

Die Multiplikatoren basieren (im Hinblick auf die zur Verfügung stehende Datenbasis) auf einem dreijährigen Durchrechnungszeitraum. In die vorliegenden Berechnungen wurden daher im Zeitraum 01.01.2019 bis 31.12.2021 abgeschlossene Transaktionen einbezogen, wobei den Transaktionen der letzten 6 Monate eine doppelte Gewichtung beigemessen wurde.

Berichterstattung über die 14. Jahreskonferenz der EACVA am 18. und 19.11.2021 in München

Am 18. und 19.11.2021 begrüßte die EACVA in München zahlreiche BewertungsProfessionals zur 14. Jahreskonferenz der EACVA. Das Programmumfasste einen Keynote-Vortrag, eine Podiumsdiskussion sowie 14 Sessions rund um das Thema Unternehmensbewertung. Neben Einsatzmöglichkeiten datenbasierter Analyse und Darstellungstools wie Microsoft PowerBI und ESG-Analysen waren normbasierte Bewertungsthemen zum Familien-, Erb-, Steuer- und Gesellschaftsrecht an zwei Konferenztagen vertreten.


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