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BewertungsPraktiker 3/2021

Publiziert in BewertungsPraktiker Freitag 24.09.2021
BewertungsPraktiker 3/2021

Fachinformationen zu Bewertungsfragen

Am 24.09.2021 ist der BewertungsPraktiker 3/2021 erschienen, welcher der Corporate Finance (Heft 9-10) beiliegt, u.a. mit folgenden Themen:

Börsenkurs(preis) vs. Anteilswert – Quo Vadis?

In der deutschen Rechtsprechung zu Abfindungsfällen bei aktienrechtlichen Strukturmaßnahmen wird ein (durchschnittlicher) Börsenkurs seit langem als Wertuntergrenze angesetzt. In anderen Ländern zumindest als Plausibilitätsmaß. Jüngst hat das IDW zu Entwicklungen, insb. im juristischen Schrifttum und Teilen der Rechtsprechung, Stellung genommen, die dem Börsenkurs eine deutlich stärkere Gewichtung bis hin zu einer – den Ertragswert verdrängenden – alleinigen Maßgeblichkeit des Börsenkurses als Verkehrswert einer Aktie zukommen lassen. Das IDW hält im Ergebnis fest, dass ohne Gegenüberstellung des Börsenkurses und eines fundamentalen Anteilswerts nicht geprüft werden kann, ob ein (durchschnittlicher) Börsenkurs im konkreten Einzelfall zu einer ökonomisch angemessenen Abfindung führt oder nicht (WPg 2021 S. 958 ff.). Wir werden dieses Thema auch auf unserer 14. Bewerterkonferenz am 18./19.11.2021 in München diskutieren. Der fundamentale Anteilswert wird beeinflusst von typisierenden und objektivierenden Annahmen. Auch diese Annahmen sind im Fluss und werden von uns bei der Konferenz aufgegriffen werden. Unter dem Motto „Live und Persönlich“ konnten wir ein spannendes Programm mit 14 Sessions zu den aktuellen Bewertungsthemen, einer Podiumsdiskussion sowie der Eröffnungs-Keynote mit Prof. Hans-Werner Sinn organisieren (www.bewerterkonferenz.de). Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl ist ein frühzeitiges Anmelden dieses Mal besonders wichtig.

Das IVSC hatte kürzlich die neuen IVS Standards veröffentlicht, die ab 31.01.2022 Geltung haben. EACVA-Mitglieder können diese Standards im internen Mitgliederbereich der www.eacva.de abrufen. Wir freuen uns, Ihnen mit dem Beitrag von Broekema/Perepechko/Rabel in diesem Heft die Ergebnisse einer vom IVSC initiierten Umfrage zur Rolle von Standards zur Unternehmensbewertung aus der Perspektive der Stakeholder eines Bewertungsgutachtens präsentieren zu dürfen. Meitner wird sich mit der Analyse des „neuen“ Werttreibers bzw. Assets „Daten“ beschäftigen, Gleißner gibt einen Überblick über Methode und Nutzen des Einsatzes von Simulationstechniken bei der Unternehmensbewertung und Emmert führt uns in seiner Fortsetzung der MS-Excel Reihe in die Geheimnisse der Zahlenformate ein.

Wir wünschen Ihnen alles Gute, viel Spaß beim Lesen diese Ausgabe des BewertungsPraktiker und würden uns freuen, Sie persönlich in München bei unserer Konferenz begrüßen zu dürfen.

Andreas Creutzmann (Vorstandsvorsitzender EACVA) und Wolfgang Kniest (Geschäftsführer EACVA)

Dr. Marc Broekema RV / Dr. Olesya Perepechko / Prof. Dr. Klaus Rabel, CVA: On the Role of Business Valuation Standards from the Perspective of End-users

Business valuation plays an increasingly important role in financial decision making. However, stakeholders of a valuation report frequently have fierce debates on the outcome of the valuation, the key assumptions and the approaches chosen in the valuation process. This article explores the role of valuation standards on valuation trustworthiness from the perspective of (finance) executives as end-users of valuation work, based on a survey study.

Prof. Dr. Matthias Meitner, CFA: Geschäftsmodelllogiken und Analyseansätze für das Asset „Daten“

Daten sind als Asset derzeit ein heißes Thema in der Bewertungs-Community. Und tatsächlich bewegt sich unser Geschäfts- bzw. Bewertungsumfeld aktuell massiv hin zu einem stark datengetriebenen Modell. Die Bewertungsfolgen sind aber in Aggregation nicht per se für alle Unternehmen positiv und im Einzelfall alles andere als einfach zu greifen. Nur tiefe fundamentalanalytische Ansätze können hier dem Bewerter weiterhelfen.

Prof. Dr. Werner Gleißner: Simulationsbasierte Unternehmensbewertung: Methode und Nutzen

Das Charakteristische einer simulationsbasierten Bewertung ist die explizite Berücksichtigung von Unternehmensrisiken (Chancen und Gefahren) und die Anwendung der Monte-Carlo-Simulation für die Berechnung risikobedingt möglicher Zukunftsszenarien. Die dadurch entstehende „mehrwertige“ Planung (Bandbreitenplanung) lässt unmittelbar Erwartungswerte von Cashflows oder Erträgen ableiten, bestimmt und erfasst das Insolvenzrisiko und erlaubt die Ableitung von Diskontierungszinssätzen unmittelbar aus der Unsicherheit der Cashflows. Mit einer simulationsbasierten Bewertung werden auch die neuen gesetzlichen Anforderungen an das Risikomanagement erfüllt (§ 1 StaRUG).

Andreas Emmert, CFA, CIA: Geheimnisse der Zahlenformate

Excel bietet in der Standardeinstellung bereits eine große Zahl an Möglichkeiten, um Zahlen in der gewünschten Weise darzustellen, bspw. als Datum, Prozentwert oder Währungsbetrag. Nicht in allen Fällen ist dies hinreichend und es bedarf konkreter Anpassungen, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen.

RAin Dr. Anja Köritz, LL.M.: Rechtsprechung: BGH: Barwert der Ausgleichszahlung als Untergrenze der Barabfindung bei nachfolgendem Squeeze-out

– Beschluss vom 15.09.2020 – II ZB 6/20 –

Auf den Vorlagebeschluss des OLG Frankfurt/M. anlässlich des Spruchverfahrens zur Ermittlung der angemessenen Barabfindung der Minderheitsaktionäre der Wella AG hat sich der BGH mit der Frage befasst, ob der Barwert der Ausgleichszahlung eines bestehenden Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags bei der Ermittlung der angemessenen Barabfindung
von Minderheitsaktionären im Rahmen eines nachfolgenden Squeeze-outs zu berücksichtigen ist. In der „Nestlé“-Entscheidung (Beschluss vom 12.01.2016 – II ZB 25/14) hatte der BGH diese Frage noch offen gelassen.

Prof. Dr. Bernhard Schwetzler / Jan Degner, M.Sc.: Betafaktoren

In dieser Ausgabe finden Sie Daten aus Refinitiv Eikon zum Stichtag 15.07.2021. Die Zusammensetzung der Branchen orientiert sich an der offiziellen Brancheneinteilung des Prime Standard (Prime All) der Deutschen Börse AG.

Es wurden quartalsweise 2-Jahres Betas mit Tages-Returns über 2 Jahre berechnet. Das 5-Jahres Beta wurde mit Monats-Returns über 5 Jahre berechnet. Als Marktindex dient der CDAX der Deutsche Börse.

Prof. MMag. Dr. StB Stefan O. Grbenic, CVA: Standard-Transaktionsmultiplikatoren

Die dargestellten Transaktionsmultiplikatoren basieren auf den Transaktionsdaten verschiedener M&A-Datenbanken (Schwerpunkt ZEPHYR), wobei Konsistenz sowohl in den Transaktionsdaten als auch in den Bezugsgrößen zwischen den einzelnen Datenbanken hergestellt wurde.

Die Multiplikatoren basieren (im Hinblick auf die zur Verfügung stehende Datenbasis) auf einem dreijährigen Durchrechnungszeitraum. In die vorliegenden Berechnungen wurden daher im Zeitraum 01.07.2018 bis 30.06.2021 abgeschlossene Transaktionen einbezogen, wobei den Transaktionen der letzten 6 Monate eine doppelte Gewichtung beigemessen wurde.


Als Mitglied der EACVA können Sie dieses Heft im internen Mitgliederbereich in der Rubrik BewertungsPraktiker herunterladen.

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