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BewertungsPraktiker 4/2022

Publiziert in BewertungsPraktiker Freitag 25.11.2022
BewertungsPraktiker 4/2022

Fachinformationen zu Bewertungsfragen

Am 25.11.2022 ist der BewertungsPraktiker 4/2022 erschienen, welcher der Corporate Finance (Heft 11-12) beiliegt, u.a. mit folgenden Themen:

Was wir spannend finden!

Am 03.11. und 04.11.2022 fand unsere 15. Jahreskonferenz für BewertungsProfessionals erstmalig in Wien statt. Mit mehr als 300 Teilnehmenden war die diesjährige Konferenz ein voller Erfolg. Das große Interesse an persönlichen Kontakten und Fortbildung vor Ort statt online hat uns sehr gefreut. Auch an dieser Stelle noch einmal ein großer Dank an alle Vortragende, Teilnehmende und Sponsoren. Die Berichterstattung über die Bewerterkonferenz erfolgt im Heft 1/2023.

Wir möchten Sie in diesem Editorial auf eine aus unserer Sicht spannende Studie hinweisen. Roger Grabowski hat jüngst auf der Konferenz der American Society of Appraisers in Florida auf kapitalmarktbasierte Arbeiten zur Abschätzung des zusätzlichen Risikos einer Kundenabhängigkeit hingewiesen. In der Untersuchung von Dhaliwal/Judd/Serfling/Shaikh, Customer Concentration Risk and the Cost of Equity Capital, Journal of Accounting & Economics, Feb. 2016 (verfügbar als SSRN 2391935) haben etwa 45% der börsennotierten Unternehmen angeben, dass ein wesentlicher Umsatzanteil auf mindestens einen Kunden entfällt. In dem Paper wird festgestellt, dass die Eigenkapitalkosten mit dem Grad der Kundenkonzentration steigen.

Nach Grabowski weisen die Ergebnisse darauf hin, dass das Kundenabhängigkeitsrisiko nicht diversifizierbar ist und eine positive Beziehung zum Betafaktor besteht. Im Vergleich zu Unternehmen ohne Kundenkonzentration (wertgewichtetes Beta = 1,11 bzw. gleichgewichtetes Beta = 1,27) weist ein Unternehmen mit mindestens einem Großkunden ein durchschnittliches Beta von 1,18 (6,2% höher) bzw. 1,37 (7,6% höher) auf.

Analysen und Gutachtendokumentationen einer Kundenabhängigkeit auf künftige erwartete Zahlungsüberschüsse sollten daher um Wirkungsanalysen auf die Kapitalkosten ergänzt werden. Gerade bei KMU‘ sind Großkundenabhängkeiten und eingeschränkte Diversifikation auf Unternehmensebene (Einproduktunternehmen) stark verbreitet. Es bleibt abzuwarten, ob dieser Forschungsansatz bspw. zur Objektivierung von Kapitalkostenparametern im KMU-Umfeld dienen kann.

Wir hoffen, dass auch Sie die Kapitalmarktforschung in diesem Punkt spannend finden und werden Sie an dieser Stelle auch künftig über Vorträge, Paper, Webcast, Daten und Tools zur Unternehmensbewertung auf dem Laufenden halten.

Viel Spaß beim Lesen dieser Ausgabe des BewertungsPraktikers wünschen

Andreas Creutzmann (Vorstandsvorsitzender EACVA) und Wolfgang Kniest (Geschäftsführer EACVA)

Prof. Dr. Matthias Meitner, CFA / Cyril Prengel, CVA: Unternehmensbewertung im unsicheren Hochinflationsumfeld – fundamentalanalytische
Herausforderungen

Hohe Inflationsraten und unsichere zukünftige Preisentwicklungspfade erschweren aktuell Unternehmen wie Bewertungspraktikern das Dasein. Im vorliegenden Beitrag werden einige der aktuellen fundamentalanalytischen Themenbereiche adressiert: Pricing Power und Überwälzung von Kosteninflationen, Working-Capital-bezogene Wertwirkungen und Abbildung von unsicheren langfristigen Inflationsentwicklungen. Der Blick auf einige Sonderthemen rundet den Beitrag ab.

WP/StB Tobias Klingel, CVA / WP/StB Prof. Christoph Hell, CVA: Fallstudie zur Bewertung von Personengesellschaften mittels DCF-Verfahren

Im Rahmen dieses Beitrages wird die Bewertung einer PersGes. mittels DCF-Verfahren unter Berücksichtigung einer Veräußerungsgewinnbesteuerung anhand einer Fallstudie illustriert. Die Fallstudie unterscheidet nach einer autonomen- und wertorientierten Finanzierung. Es zeigt sich hierbei, dass die Bewertungsgleichungen, trotz der durch die Veräußerungsgewinnbesteuerung hervorgerufen Komplexität, bei beiden Finanzierungspolitiken ohne Zirkularitätsproblem angewandt werden können.

Alexander Klaubauf, BA, CIFRSA: Bewertung in der Bankenabwicklung gem. Art. 36 BRRD

Im Beitrag werden die bewertungsrelevanten Implikationen der Vorgaben zur Sanierung und Abwicklung von Banken aufgezeigt. Hierbei wird sowohl auf die spezifischen regulatorischen Vorgaben der relevanten Regelungen aber auch auf die praktischen Auswirkungen bei der Durchführung der Bewertung aus der Perspektive eines unabhängigen Bewerters eingegangen.

WP/StB Stefan Schöniger / Heike Snellen / Dr. Andreas Tschöpel, CVA, CEFA, CIIA: Kapitalkostenstudie 2022: Inflation auf Rekordniveau –Was bedeutet das für Unternehmensbewertungen?

Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft veröffentlichte dieses Jahr zum siebzehnten Mal in Folge eine Kapitalkostenstudie mit dem Ziel, die von den bilanzierenden Unternehmen im Rahmen des Impairment-Tests nach IFRS verwendeten Kapitalkosten zu erheben und auszuwerten. Unter dem Motto „Inflation auf Rekordniveau – Was bedeutet das für Unternehmensbewertungen?“ geht die Studie der Frage nach, wie sich die steigende Inflation auf Geschäftsmodelle, Planungsrechnungen und langfristige Renditeerwartungen (Kapitalkosten) auswirkt.

Prof. Dr. Bernhard Schwetzler, CVA / Franziska Rath, M.Sc.: Betafaktoren

In dieser Ausgabe finden Sie Daten aus Refinitiv Eikon zum Stichtag 15.10.2022. Die Zusammensetzung der Branchen orientiert sich an der offiziellen Brancheneinteilung des Prime Standard (Prime All) der Deutschen Börse AG.

Es wurden quartalsweise 2-Jahres Betas mit Tages-Returns über 2 Jahre berechnet. Das 5-Jahres Beta wurde mit Monats-Returns über 5 Jahre berechnet. Als Marktindex dient der CDAX der Deutsche Börse.

Prof. MMag. Dr. StB Stefan O. Grbenic, CVA: Standard-Transaktionsmultiplikatoren

Die dargestellten Transaktionsmultiplikatoren basieren auf den Transaktionsdaten verschiedener M&A-Datenbanken (Schwerpunkt ZEPHYR), wobei Konsistenz sowohl in den Transaktionsdaten als auch in den Bezugsgrößen zwischen den einzelnen Datenbanken hergestellt wurde.

Die Multiplikatoren basieren (im Hinblick auf die zur Verfügung stehende Datenbasis) auf einem dreijährigen Durchrechnungszeitraum. In die vorliegenden Berechnungen wurden daher im Zeitraum 01.10.2019 bis 30.09.2022 abgeschlossene Transaktionen einbezogen, wobei den Transaktionen der letzten 6 Monate eine doppelte Gewichtung beigemessen wurde.


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