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Bewertung digitaler Geschäftsmodelle

Publiziert in Fachliche News Freitag 23.02.2018
Bewertung digitaler Geschäftsmodelle

Am 31.1.2018 veranstaltete der Bundesverband Mergers & Acquisitions e.V. (BM&A) die Auftaksitzung seines Arbeitskreises Unternehmensbewertung zu dem auch die Mitglieder der EACVA eingeladen waren. Nachfolgend können Sie die Zusammenfassung des Vortrags von Christian Plath, CVA zur "Bewertung digitaler Geschäftsmodelle" lesen.

Bewertung digitaler Geschäftsmodelle von Christian Plath, CVA

Die Digitalisierung krempelt Geschäftsmodele um und verändert gesamte Wertschöpfungsketten. Digitale Transformation nutzt technische Innovationen als Enabler. Jedoch ist Digitalisierung kein bloßes IT Thema. Die Musik spielt in der Transformation von Wertschöpfungsketten, Geschäftsmodellen und Erweiterung von Unternehmensprodukten und deren Services. Damit einhergehend verändert sich das Risikoprofil der Unternehmen. Für die Bewertung bedeutet dies, zusätzliche und deutlich erweiterte Anforderungen zu berücksichtigen. Digitale Innovationen bringen neue Intangible Assets, Geschäftsmodelle, Umsatzquellen und Potentiale für Kostensenkung hervor. Somit ist es erforderlich, dass wir bei der Bewertung tiefer in die Wertschöpfungskette eintauchen, um die für die Bewertung relevanten Wert-, Kosten- und Risikotreiber und deren Impacts auf den Unternehmenswert zu erfassen. Aufgrund der Vielzahl und Komplexität des Zusammenspiels dieser Treiber benötigen wir Simulationsmodelle. Bewertung ist nicht nur für den Fair Value, PPA oder SPA bei Transaktionen relevant, sondern Bewertung findet in vielen Arbeitspaketen des Transaktionsprozesses statt. Erfahrung aus vielen Buy-Side M&A Transaktionen zeigt, dass Tracking und Monitoring von Value Creation vor allem in der Transaktionsphase Post-Closing im Fokus sind. Hier benötigen Unternehmen Reporting-Dashboards, die Value Impacts aus Post-Deal Optimierungsmaßnahmen wie Synergieimplementierung für relevante Financial KPIs darstellen und weniger vollumfängliche Unternehmensbewertungen.

Durch Digitalisierung wird die Unternehmensbewertung also vielschichtiger und sowohl fachlich breiter als auch tiefer. Es ist erforderlich, unsere Bewertungsverfahren und Methodiken zu überprüfen, ob diese für die daraus resultierenden neuen digitalen Anforderungen ausreichen oder ggfs. erweitert werden müssten. Um digitale Geschäftsmodelle und Digitalstrategien bewerten zu können, ist es zwingend erforderlich, bei der Bewertung in die Details der digitalen Geschäftsmodelle und Digitalstrategien durch Analyse der Wert-, Kosten- und Risikotreiber entlang der Wertschöpfungskette einzusteigen. Nur so können die unverzichtbaren Details für die Bewertung identifiziert und bestimmt werden:

  • Immaterielle Vermögenswerte aus der Digitalisierung
  • Capex Backlogs zur Transformation der alten Wertschöpfungskette in das digitale Target Operating Model
  • Risiken, Eintreffwahrscheinlichkeiten und Impacts entlang der Wertschöpfungskette und vor allem auf GuV, Bilanz, Cash Flows, Financial KPIs und vor allem auf das Risikoprofil oder Risk Rating des Unternehmens und auf den (risk-adjusted) Unternehmenswert, basierend auf deinem risk-adjusted cost of capital.

Diese Antworten muss die Bewertung im digitalen Zeitalter geben können. Bewertungsberichte sollten dies künftig beinhalten. Warum? Weil Vorstände und Aufsichtsräte diese Details in Vorstandbeschlussvorlagen bereits längst fordern.

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