BewertungsPraktiker

Am 27.03.2026 ist der BewertungsPraktiker 1/2026 erschienen, welcher der Zeitschrift CORPORATE FINANCE (02/2026) beiliegt, u.a. mit den folgenden Themen:
- Der neue österreichische Standard für Unternehmensbewertungen
WP/StB Univ.-Prof. Dr. Klaus Rabel, CVA - Empirische und simulationsbasierte Finanzforschung in der Unternehmensbewertung: Komplementäre Paradigmen
Prof. Dr. Dr. Dietmar Ernst - Pivot mal anders – Wenn Excel plötzlich logisch wird
Andreas Emmert, CFA, CIA - Berichterstattung über die 18. Jahreskonferenz der EACVA am 13.11. und 14.11.2025 in München
Katharina Schneider / Chris Weissinger - Betafaktoren
Prof. Dr. Bernhard Schwetzler, CVA / Osei Kwabena Brefo, M.Sc. - Aus der EACVA: Kalender • Literatur • Neue CVA's • Persönlich
Abstracts der einzelnen Beiträge:
Digitale Assets sind in der Bewertungspraxis angekommen. Kryptowährungen, Token und blockchainbasierte Vermögenswerte finden sich zunehmend in Unternehmensbilanzen, Transaktionen und steuerlichen Sachverhalten. Für BewertungsProfessionals stellt sich damit eine zentrale Frage: Wie lassen sich diese Vermögenswertemethodisch belastbar bewerten?
Klassische Bewertungsansätze stoßen hier an Grenzen. Marktpreise sind hochvolatil, fragmentiert oder durch geringe Liquidität verzerrt. Ertragsbasierte Verfahren setzen stabile Cashflows voraus, die bei vielen digitalen Assets erst mittelbar entstehen. Kostenbasierte Ansätze greifen zu kurz, wenn Netzwerkeffekte, Tokenomics oder Governance-Strukturen den wirtschaftlichen Wert maßgeblich bestimmen. Gefragt sind Multi-Method-Ansätze, die mehrere Verfahren kombinieren und um asset-spezifische Faktoren wie On-Chain-Daten, Token-Verteilung oder technologische Risiken ergänzen. Zudem erfordert die funktionale Abgrenzung des Bewertungsobjekts – Payment Tokens, UtilityTokens, Governance Tokens, SecurityTokens – jeweils differenzierte methodische Zugänge.
Regulatorisch steigt der Anspruch. MiCA, Fair-Value-Bewertungen nach IFRS und steuerliche Dokumentationspflichten verlangen Nachvollziehbarkeit, Methodenklarheit und Konsistenz. Bewertungsansätze müssen nicht nur ökonomisch plausibel, sondern auch prüfungs- und verteidigungsfähig sein.
All das setzt spezialisierte Kompetenz voraus. Mit dem Certified Digital Asset Valuator (CDAV) hat die EACVA einen strukturierten Qualifikationsrahmen für dieses wachsende Praxisfeld geschaffen. Derzeit finalisieren wir die sechs Self-Study Module des CDAV-Programms – sie werden in Kürze verfügbar sein. Weitere Informationen unter www.eacva.de/cdav.
Auch in der klassischen Unternehmensbewertung gibt es Neuigkeiten. Ende November wurde der österreichische Standard KFS/BW 1 veröffentlicht. Eine Übersicht der Neuerungen gibt Rabel in seinem Beitrag in diesem Heft. Wir warten außerdem gespannt auf die Veröffentlichung des neuen IDWS1undwerden Sie mit dem BewertungsPraktiker über diese und andere aktuelle Bewertungsthemen wie gewohnt auf dem Laufenden halten.
Wir freuen uns auf Ihre Anregungen und Anmerkungen an redaktion@bewertungspraktiker.de und wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen.
Andreas Creutzmann (Vorstandsvorsitzender EACVA) und
Wolfgang Kniest (Geschäftsführer EACVA)
Die im November 2025 beschlossene Neufassung des Fachgutachtens zur Unternehmensbewertung KFS/BW 1 bringt weitreichende Neuerungen. Mit dem Marktwert und dem typisierten subjektiven Unternehmenswertwurden zwei neue Wertmaßstäbe eingeführt. Der objektivierte Unternehmenswert wurde weiterentwickelt und ist nunmehr aus der Perspektive eines typisierten Investors zu ermitteln. Der Beitrag gibt einen Überblick über die wesentlichen Neuerungen.
In der Unternehmensbewertung stoßen rein empirische Modelle bei hoher Unsicherheit und strukturellen Veränderungen an Grenzen. Der Beitrag zeigt, dass empirische Verfahren wie das Capital Asset Pricing Model (CAPM) und simulationsbasierte Bewertungsmodelle unterschiedliche, aber komplementäre Erkenntnisansätze darstellen. Während empirische Modelle standardisierte, datenbasierte Risikokennzahlen liefern, ermöglichen simulationsbasierte Verfahren die Analyse von Unsicherheiten, strategischen Optionen und alternativen Entwicklungspfaden. Der Beitrag entwickelt einen Rahmen, wie beide Ansätze methodisch konsistent kombiniert werden können, um Bewertungsentscheidungen robuster zu fundieren.
Dieser Beitrag zeigt, wie sich klassische Pivotanalysen mit Hilfe von Formellogik und Gruppierungsstrategien in Excel 365 neudenken lassen. Anhand konkreter Umsatzdaten wird demonstriert, wie sich multidimensionale Auswertungen auch ohne die Standard-Pivotfunktion realisieren lassen.
Die EACVA begrüßte am 13. und 14.11.2025 mehr als 450 BewertungsProfessionals aus 17 Ländern zur 18. internationalen Bewerterkonferenz in München. Die Teilnehmenden erlebten ein spannendes und informatives Programm, bestehend aus zwei Keynote-Vorträgen und 23 parallelen Sessions sowie einer Podiumsdiskussion mit 28 renommierten Referenten, die sich mit den Herausforderungen und aktuellen Entwicklungen der Unternehmensbewertung befassten. Die Themen reichten dabei von den transformativen Auswirkungen von KI und automatisierten Bewertungsmodellen über die Auswirkungen der Standardentwürfe in Deutschland und Österreich (IDW ES 1 & KFS BW 1 n.F.), praktischen Perspektiven zu DCF, Multiplikatoren und Terminal Value bis hin zu Brancheneinblicken zur Bewertung digitaler Geschäftsmodelle und Biotechnologie.
Über ihre fachliche Tiefe hinaus hat die Bewerterkonferenz erneut gezeigt, wie wertvoll persönlicher Austausch und fachlicher Dialog innerhalb der internationalen Bewertungsgemeinschaft sind. Insb. der Abend in der gemütlichen Almhütte sowie das Networking-Dinner im historischen Festsaal des Augustiner Kellers mit der Band Harthauser Musi haben uns gezeigt, wie stark und lebendig unsere Gemeinschaft ist. Die Konferenz und die Abendveranstaltungen boten reichlich Gelegenheit, bestehende Beziehungen zu festigen und neue aufzubauen.
In dieser Ausgabe finden Sie Daten aus Refinitiv Eikon zum Stichtag 15.01.2026. Die Zusammensetzung der Branchen orientiert sich an der offiziellen Brancheneinteilung des Prime All Standard der Deutschen Börse AG. Es wurden quartalsweise 2-Jahres Betas mit Tages-Returns über 2 Jahre berechnet. Das 5-Jahres Beta wurde mit Monats-Returns über 5 Jahre berechnet. Als Marktindex dient der CDAX der Deutsche Börse.